Ihr optimiertes Prüfkonzept

Kennen sie diese Situation? Stellen Sie sich auch des Öfteren diese oder ähnliche Fragen, wenn es um das Thema Prüfen von Schutzsystemen geht? Dann lohnt es sich, an dieser Stelle weiterzulesen.

Wir werden oft gefragt, wie man „richtig“ prüft. Die Antwort ist nicht so einfach, weil es hier nicht richtig oder falsch gibt. Was in dem einen Fall richtig sein kann, kann unter anderen Bedingungen nicht richtig sein. Deshalb haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was man alles bedenken muss, um sein eigenes Prüfkonzept zu optimieren.

„Mein optimiertes Prüfkonzept“ enthält Denkanstöße und Empfehlungen, mit denen man erkennen kann, wie gut das eigene Prüfkonzept für Schutzsysteme ist und wie man es verbessern kann. Wir schauen uns ganz besonders die Arbeitsabläufe an und berücksichtigen dabei die national geltenden Richtlinien wie z.B. den „Leitfaden für die Inbetriebnahme und den Betrieb von digitalen Netzschutzsystemen“.

Grundsätze des Prüfens

Wir wollen uns zunächst mit einigen Grundsätzen des Prüfens beschäftigen, die wesentlich für gutes Prüfen sind bzw. ohne deren Berücksichtigung das Prüfen schlichtweg sinnlos werden kann.

Grundprinzip
Beim Prüfen braucht man zunächst eine Beschreibung des Soll-Verhaltens des Testobjekts als Referenz. Außerdem muss man entscheiden, welche Toleranzen im Verhalten noch erlaubt sind. Nun überlegt man, wie und womit man das Ist-Verhalten des Testobjektes ermittelt. Zum Schluss wird der Vergleich zwischen Soll- und Ist-Verhalten gemacht und das Ergebnis bewertet.

Abgeschlossene Prozessschritte
Während des Lebenszyklus einer Schutzeinrichtung wird sie diversen Prüfungen unterzogen, angefangen beim Prüfen während des Inverkehrbringens bis hin zur

Instandhaltung
Dabei soll mit einem geeigneten Qualitätsmanagementsystem sichergestellt werden, dass alle Prüfprozessschritte in sich abgeschlossen sind. Mögliche Fehler im Schutzsystem wie z.B. in der Schutzkonzeption oder der Parametrierung müssen folglich im entsprechenden Prozessschritt gefunden werden. Fehler müssen immer so früh wie möglich gefunden werden, um kostenintensive Nacharbeiten zu vermeiden. So wollen wir z.B. bei der Instandhaltung keine Fehler suchen, die eigentlich bei der Inbetriebnahme schon hätten behoben sein sollen.

Effizienz
Da Zeit immer knapp ist, sollte man so effizient wie möglich prüfen. So ist es z.B. bei der zyklischen Schutzprüfung meist nicht erforderlich, eine Kennlinie einer digitalen Schutzeinrichtung mit hunderten von unrelevanten Prüfschüssen zu testen, weil sich hieraus keine notwendigen Erkenntnisse ergeben. Einmal ausgearbeitete Prüfvorlagen sollten in hohem Maße wiederverwendet werden. So können Prüfvorlagen aus der Akzeptanzprüfung sehr gut für eine Inbetriebnahmeprüfung angepasst werden.

Effektivität
Die Prüfsequenzen sollten so gestaltet sein, dass alle Komponenten des Schutzsystems innerhalb eines Prüfbereichs mindestens einmal getestet werden.

Qualitätsmanagement
Das Prüfen von Schutzsystemen ist als gesamtheitlicher Prozess zu verstehen. Die Prozessschritte Akzeptanz-, Inbetriebsetzungs- und Instandhaltungsprüfungen bauen aufeinander auf, deshalb sollte ein Qualitätsmanagementsystem als bereichsübergreifendes Werkzeug im Unternehmen eingesetzt werden. Ein solches System ermöglicht es, Fehler in Arbeitsabläufen zu vermeiden, Kosten einzusparen, die Datenintegrität zu erhöhen und die Nachweisbarkeit im Schadensfall zu gewährleisten. Welche Elemente in ein unternehmensinternes Qualitätsmanagementsystem integriert werden, hängt im Einzelfall von der Organisation, der Größe des Unternehmens, den internen Arbeitsabläufen und den technischen Gegebenheiten ab.

Prüfautomatisierung
Es sollten Prüfmittel eingesetzt werden, die eine Automatisierung ermöglichen, um Zeit und Kosten zu sparen und eine unternehmensweite Qualität und die Weitergabe von Wissen sicher zu stellen. Mehr Informationen zum Thema Prüfautomatisierung finden sie hier.

Training
Das Prüfen muss natürlich auch geübt werden. Das sollte idealerweise in einer Umgebung erfolgen, in der auch komplexe Anlagenfehler simuliert werden können, damit man seine eigenen Prüffähigkeiten verbessern kann. Falsch ist es jedoch, das Prüfen während der echten Prüfung zu üben.

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