Ausgabe 1 2026 Magazin CPOL3: EIN KLEINES GERÄT SORGT WELTWEIT FÜR EIN GROSSES LÄCHELN
OMICRON electronics GmbH, Oberes Ried 1, 6833 Klaus (AT) OMICRON electronics GmbH up! consulting, Industriering 10, 9491 Ruggell (FL) OMICRON electronics GmbH, iStock.com (S. 4–7, 9, 11, 13, 20, 22, 24, 29, 32–36, 38–42), AdobeStock (S. 5, 30–31), Energienetze Steiermark GmbH (S. 9), E.DIS Netz GmbH (S. 10), ETMS-Tec GmbH (S. 13), Shutterstock (S. 18), K D Johnson, Inc. (S. 28), Amprion GmbH (S. 47–49), Elia Asset (S. 51) magazine@omicronenergy.com Herausgeber Verantwortlich für den Inhalt Redaktion und Umsetzung Bildnachweis E-Mail an die Redaktion LIEBE LESER:INNEN, Energiesysteme werden immer komplexer, aber es gibt gleichzeitig auch immer mehr Möglichkeiten, diese übersichtlicher, effizienter und souveräner zu verwalten. In dieser Ausgabe des OMICRON Magazins erfahren Sie, wie die richtige Kombination aus moderner Diagnostik, intuitiven Tools und standardisierten Herangehensweisen dabei hilft, die Herausforderungen von heute in messbare Vorteile zu verwandeln. Als Erstes beschäftigen wir uns mit den Grundlagen der Zuverlässigkeit rotierender Maschinen. Für Unternehmen, die dem Trend folgen, ihre Wartungsstrategie auf die zustandsorientierte Wartung umzustellen, ist es heute wichtiger denn je zu wissen, in welchem Zustand sich die Isolation ihrer Ständerwicklungen befindet. Ob schnelle Integritätsprüfung, z. B. die Isolationswiderstandsmessung, oder intensive Diagnoseprüfung, z. B. die Teilentladungsprüfung – ein strukturierter Prüfansatz liefert frühzeitig Aufschluss über Alterungserscheinungen und Defekte. Das schlägt sich letztlich in einer besseren Risikobewertung, einer optimierten Wartungsplanung und einer Reduzierung der Zahl der unerwarteten Ausfälle nieder. Dieser Artikel geht zudem detaillierter darauf ein, welche Prüfungen wichtig sind und was sie über den Zustand einer Maschine aussagen. Genauso wichtig wie eine gründliche Diagnostik ist Effizienz im Feld. Darum geht es in unserem nächsten Artikel auf Seite 6. Das CPOL3 zeigt, dass der Umgang mit leistungsstarker Technologie nicht kompliziert sein muss. Mit seinem klaren visuellen Feedback, der hohen Messgenauigkeit und den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten vereinfacht es das Prüfen von Verdrahtung und Polarität – das verringert den Arbeitsaufwand und steigert das Vertrauen in die Technik. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass sich durch intuitives Design und intelligente Funktionen Arbeitsabläufe deutlich beschleunigen und komplexe Prüfszenarien einfacher beherrschen lassen. Von der Betrachtung eines einzelnen Geräts wenden wir uns den Gesamtzusammenhängen zu: Die Digitalisierung trägt dazu bei, Schaltanlagen grundlegend zu verändern, und damit wird es umso wichtiger, von Anfang an alles richtig zu machen. Unser nächster Artikel, bei dem es um die „Zehnerregel“ geht, erläutert, wie die Kosten für die Behebung von 2
Magazin | Ausgabe 1 2026 »Die Komplexität moderner Energiesysteme lässt sich nur mit einem klaren Blick auf die Dinge beherrschen.« Fehlern im Laufe des Lebenszyklus eines Projekts exponentiell steigen. In IEC 61850-basierten Umgebungen, in denen Kommunikationsprobleme so lange unsichtbar bleiben können, bis es zu einem Ausfall kommt, geht nichts an einer standardisierten Überprüfung vorbei. Strukturierte Prozesse, wie beispielsweise die Erstellung von Systemverifizierungsberichten, ermöglichen es Energieversorgern, Probleme frühzeitig zu erkennen, das Risiko zu senken und die langfristige Zuverlässigkeit des Systems sicherzustellen. Mehr dazu finden Sie auf Seite 20. Diese drei Perspektiven haben alle eine gemeinsame Botschaft: Mehr Transparenz führt zu besseren Entscheidungen. Vom Identifizieren von Isolationsschwächen über das Vereinfachen von Prüfungen im Feld bis hin zur Verifizierung digitaler Systeme – es zeigt sich immer wieder, dass sich die Komplexität moderner Energiesysteme nur mit einem klaren Blick auf die Dinge beherrschen lässt. Wir freuen uns schon jetzt auf unsere Rückkehr in 2027, mit neuen Einblicken, neuen Geschichten und immer wieder neuen Inspirationen aus allen Bereichen der Branche. Viel Spaß beim Lesen! Mit freundlichen Grüßen Lia Thum Editor in Chief, OMICRON Magazine 3
INHALT 28 Vor Ort: OMICRON in den USA Michael Lenth von K D Johnson, Inc. berichtet, wie er den Energiesektor sieht. 25 E-Books zu Teilentladungsmessungen 26 Neu im Programm: Die MBX2 für DANEO Control Leistungsstarker Netzwerkanalysator für vollständig digitale IEC 61850-Schaltanlagen 20 Die Zehnerregel Vorteile der Verifizierung der Stationsautomatisierung 6 CPOL3 entfesselt Ein kleines Gerät sorgt weltweit für ein großes Lächeln 14 Grundlagen der Prüfung und des Monitorings rotierender Maschinen 19 Die Zuverlässigkeit von Schaltanlagen sicherstellen 4
Magazin | Ausgabe 1 2026 WISSEN SUPPORT INNOVATION QUALITÄT 52 Wir bleiben in Kontakt 46 ISIO 200 im Praxiseinsatz Stimmen führender Netzbetreiber aus Europa 44 Wenn Sicherheit und Zeitmessung kein Widerspruch mehr sind Zuverlässigere LS-Hochspannungsprüfungen durch beidseitige Erdung und DRM-Analysen 30 Mit Wurzeln und Flügeln der Zukunft entgegen Wie erklärbare und kausale KI Energiesysteme-Stakeholder empowern 38 Damit die Lichter anbleiben 36 Wenn die Operational Technology angegriffen wird Warum Threat Intelligence für die Schutztechnik unverzichtbar ist 23.–24. September 2026 voestalpine Stahlwelt, Linz, Österreich Zwei Tage. Ein Ort. Viele neue Impulse. Ihre Fachtagung für Schutz- und Leittechnik. Themen & Module der Veranstaltung: > Digitales Umspannwerk & Cyber Security > Schutztechnik > Erdungssysteme Optionale Grundlagentrainings am 22. September 2026: > Cyber Security im Stromnetz: Wie sichere ich ein Umspannwerk > Inbetriebnahme und Prüfung von Netz- und Anlagenschutzsystemen der EZA von erneuerbaren Energien > Tutorial Erdungsmessungen OMICRON Fachtagung Schutz- & Leittechnik | Linz 2026 gegen Cyberangrie? JETZT ANMELDEN! 5
CPOL3 ENTFESSELT Ein kleines Gerät sorgt weltweit für ein großes Lächeln Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren ist das CPOL3 als Werkzeug zur effektiven Verdrahtungs- und Polaritätsprüfung auf den Markt gekommen. Sein klares Erkennungsmerkmal ist die intuitive Symbolik: Bei korrekter Polarität zeigt das Display ein grünes, lächelndes Gesicht und vermittelt so schnell und eindeutig das Ergebnis. Inzwischen ist das CPOL3 in über 90 Ländern im Einsatz und sorgt nicht nur auf dem Display, sondern auch bei den Anwender:innen für zufriedene Gesichter. Unser CPOL3 – bereits weltweit im Einsatz 6
Magazin | Ausgabe 1 2026 Stark in Kombination Das CPOL3 eignet sich ideal für Verdrahtungsprüfungen. In Kombination mit dem COMPANO 100 bietet es hohe Mobilität. Mehrphasige Prüfungen lassen sich effizient mit dem CMC 500 und der Software CMC Swift durchführen. Für Primäreinspeisungen kann das CPOL3 sehr gut mit dem neuen CPX 200 eingesetzt werden. Weniger Prüfschritte Sägezahn-, Wechsel- und Gleichspannungssignale werden zuverlässig erkannt und flexibel dargestellt. Dadurch lassen sich mehrere Prüfaufgaben mit nur einem Gerät erledigen. Dazu zählen Polaritätsprüfungen, Spannungsmessungen zur Bestimmung der Bürde sowie die Zuordnung der Phasen. Mehr Durchblick Die Spannungs- bzw. Stromanzeige, ein oszilloskopähnlicher Modus und optional die Darstellung des Frequenzspektrums ermöglichen eine detaillierte Beurteilung. Gerade bei komplexen Aufbauten oder in der Fehlersuche unterstützen diese Funktionen eine klare und fundierte Bewertung. Zuverlässige Ergebnisse Eine hohe Messgenauigkeit in Kombination mit der True-RMS-Messung sorgt für verlässliche Ergebnisse. Dank werksseitiger Kalibrierung ist das Gerät sehr präzise. Der Messbereich bis 1000V AC und DC sowie die Erkennung von Sägezahnsignalen ab 100 µV ermöglichen exakte Polaritäts- und Verdrahtungsprüfungen. Intuitive Handhabung Kompakte Abmessungen, geringes Gewicht, ein integrierter Magnet und ein kontrastreiches OLED-Display erleichtern den Einsatz in Schaltanlagen. Hinzu kommen ein durchdachtes Bedienkonzept und klar verständliche Anzeigen. Zudem schützt die automatische Abschaltung vor einem unbeabsichtigten Entladen der Batterien. Weiterführende Informationen Möchten Sie mehr über die Messung mit dem CPOL3 erfahren? Für Anwendungsbeispiele und praktische Tipps zur Verdrahtungsprüfung mit dem CPOL3, scannen Sie den QR-Code. omicronenergy.com/cpol3 EIN SMILEY, WERTE UND NOCH VIEL MEHR 7
Horst Paar studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Graz und arbeitet seit 2020 bei den Energienetzen Steiermark in der Schutztechnik. Zu seinen Aufgaben zählen Planung, Prüfung und Inbetriebnahme von Schutzsystemen im Mittel- und Hochspannungsbereich. Zudem verantwortet er Konformitätsprüfungen von Erzeugungsanlagen und unterstützt die Einhaltung relevanter Normen und Richtlinien. Schon kurz nach der Markteinführung setzte er das CPOL3 regelmäßig ein und teilt nun seine Erfahrungen in diesem Interview. Guten Tag Herr Paar, wie verwenden Sie das CPOL3 und konnten Sie damit Ihre Arbeitsabläufe vereinfachen? Horst: Ich verwende das CPOL3 zur Prüfung von Wandlerstromkreisen und der sekundären Verdrahtung, einschließlich der Richtungsprüfung (Polaritätsprüfung). Durch die primäre Einspeisung lassen sich Verdrahtungsprüfungen bis zum Endgerät durchführen, ohne Eingriffe in den sekundären Wandlerkreis. Das erleichtert Prüfungen an schwer zugänglichen Wandlern erheblich, weil das Öffnen der Klemmen am Wandlerklemmbrett entfällt. Können Sie sich an eine Situation erinnern, in der das CPOL3 besonders hilfreich war? Besonders hilfreich war das CPOL3 bei der Prüfung gasisolierter Schaltanlagen. Die Zugänglichkeit ist dort erschwert, und Verdrahtungen lassen sich visuell kaum nachverfolgen. Das Gerät unterstützt die schnelle Bestimmung der korrekten Erdung und eine zuverlässige Richtungsprüfung. Wie ändert sich die Verdrahtungsprüfung mit dem CPOL3 im Vergleich zu herkömmlichen Methoden? Ich schätze die Effizienzsteigerung auf rund 40 %. Bei einer jüngsten Prüfung konnten mehrere Mittelspannungsabzweige inklusive vollständiger Überprüfung aller Wandlerkreise deutlich schneller abgearbeitet werden als bisher üblich. Zudem bietet das Gerät weiteres Potenzial, insbesondere durch den Einsatz der Spannungsanzeige bei der Prüfung von Stromwandlern. Vertrauen Sie der Polaritätsanzeige und Phasenindikation des CPOL3? Ja. Nachdem ich die Ergebnisse an den ersten Anlagen durch konventionelle Messungen verifiziert habe, vertraue ich der Polaritätsanzeige und der Phasenindikation des CPOL3. Im Prüfalltag nutze ich die Rot-Grün-Anzeige für die Polarität sowie die Punktdarstellung zur Phasenidentifikation. Das CPOL3 kann zusätzlich die Signalform anzeigen. Verwenden Sie diese Funktion? In der Praxis nutze ich die Signalformanzeige bislang nicht zur Fehlersuche. Für Ausbildungszwecke ist sie jedoch sehr hilfreich, weil das dargestellte Sägezahnsignal Verständnis und Vertrauen in die Polaritätsanzeige deutlich stärkt. Gibt es sonst noch etwas, was Sie uns zum CPOL3 mitgeben wollen? In der Praxis wird oft an bewährten Prüfmethoden festgehalten. Es lohnt sich jedoch, neuen Ansätzen offen zu begegnen. Mit dem CPOL3 lassen sich Verdrahtungsprüfungen deutlich effizienter durchführen, wodurch mehr Zeit für andere Aufgaben bleibt. VERSTÄNDNIS SCHAFFT VERTRAUEN! 8
Magazin | Ausgabe 1 2026 ENERGIENETZE STEIERMARK › Hauptsitz: Graz (Österreich) › Versorgt nahezu die gesamte Steiermark mit Strom und Gas › Mehr als 32 000 km Stromnetz › Netzdurchsatz von 7 652 GWh › Rund 480 000 Kund:innen CMC SWIFT CMC Swift ist die mobile Prüfsoftware für CMC-Prüfgeräte. Sie ermöglicht komfortable dreiphasige Prüfungen sowie die Fernsteuerung über ein Mobilgerät. Damit lassen sich Verdrahtungsprüfungen in Kombination mit dem CPOL3 flexibel und effizient durchführen. Jetzt QR-Code scannen und mehr erfahren. Horst Paar, Schutz- und Leittechnik, Energienetze Steiermark GmbH »Besonders hilfreich war das CPOL3 bei der Prüfung gasisolierter Schaltanlagen. Die Zugänglichkeit ist dort erschwert, und Verdrahtungen lassen sich visuell kaum nachverfolgen.« omicronenergy.com/cmcswift 9
Jörg Dörner ist seit vielen Jahren bei der E.DIS Netz GmbH tätig und verfügt über umfangreiche Praxiserfahrung in der Schutz- und Prüftechnik von Energieanlagen. Zu seinen täglichen Aufgaben zählen unter anderem die Prüfung von Strom- und Spannungswandlern sowie von Schutzrelais. Dabei kommt regelmäßig das Prüfgerät CPOL3 zum Einsatz. In diesem Interview berichtet er über seine praktischen Erfahrungen und gibt Einblicke in den Einsatz des Geräts im Arbeitsalltag. Guten Tag Herr Dörner, wofür setzen Sie das Prüfgerät CPOL3 ein und welche Vorteile bietet es Ihnen? Jörg: Für mich steht die Polaritätsprüfung im Vordergrund. Mit dem CPOL3 erkenne ich sofort, ob Strom- und Spannungswandler korrekt angeschlossen sind, vom Primärwandler bis zum Schutzrelais. Besonders bei bestehenden oder extern errichteten Anlagen ist das äußerst hilfreich. Früher mussten Spannungsabfälle an vielen einzelnen Punkten gemessen werden. Heute mit dem CPOL3 speise ich ein Signal direkt am Wandler ein und überprüfe das Ergebnis unmittelbar am Schutzrelais. Dadurch reduziert sich der Prüfaufwand deutlich und die Prüfung wird effizienter. Können Sie ein konkretes Praxisbeispiel aus Ihrem Arbeitsalltag nennen? In einem Umspannwerk mit Einspeisung aus Windenergie traten wiederholt Auffälligkeiten im Differentialschutz auf. Mit dem CPOL3 ließ sich innerhalb kurzer Zeit feststellen, dass ein Stromwandler in einer Mittelspannungszelle verdreht angeschlossen war. Dieser Verdrahtungsfehler war zuvor unentdeckt geblieben und hatte das Schutzverhalten der Anlage beeinträchtigt. Was hat sich Ihrer Meinung nach mit dem CPOL3 im Vergleich zu den Vorgängerversionen verbessert? Im Vergleich zu CPOL und CPOL2 bietet das CPOL3 eine deutlich höhere Empfindlichkeit. Das gilt insbesondere für die Prüfung in Kombination mit der Stromzange, die bei CPOL noch nicht unterstützt wurde. Dadurch lassen sich auch kleine Signale zuverlässig erfassen. Aus meiner Sicht ist das CPOL3 derzeit das leistungsfähigste Gerät am Markt für diese Art der Prüfung. Welche Anzeige nutzen Sie üblicherweise bei der Arbeit mit dem CPOL3? In Schulungen erkläre ich die Polaritätsprüfung zunächst anhand eines Sägezahnsignals und zeige den Signalverlauf auf MIT ERFAHRUNG IM EINSATZ! Jörg Dörner, Meisterbereich Sekundärtechnik, E.DIS Netz GmbH »Das CPOL3 ist immer in meiner Werkzeugtasche und ich setze es auch regelmäßig als Multimeter ein. Dank der wechselbaren Messspitzen, der flexiblen Messleitungen und des integrierten Magneten, eignet sich das Gerät besonders gut für Arbeiten im Schaltschrank.« 10
dem Display, um das Funktionsprinzip verständlich zu machen. Im praktischen Einsatz genügt dann in der Regel ein Blick auf das ausgewertete Ergebnis. Der grüne Smiley signalisiert unmittelbar eine korrekte Polarität. Das ist einfach und sehr effizient. Nutzen Sie neben der Polaritätsprüfung auch die Spannungsanzeige des CPOL3? Das CPOL3 ist immer in meiner Werkzeugtasche und ich setze es auch regelmäßig als Multimeter ein. Dank der wechselbaren Messspitzen, der flexiblen Messleitungen und des integrierten Magneten, eignet sich das Gerät besonders gut für Arbeiten im Schaltschrank. So brauche ich kein zusätzliches Messgerät. Gibt es aus Ihrer Sicht Wünsche oder Anregungen für zukünftige Weiterentwicklungen des CPOL3? Eine integrierte Widerstands- oder Durchgangsprüfung wäre aus meiner Sicht eine sinnvolle Ergänzung. Damit könnte das CPOL3 in vielen Anwendungen ein separates Multimeter vollständig ersetzen und den Funktionsumfang weiter abrunden. E.DIS NETZ GMBH › Hauptsitz: Fürstenwalde/Spree (Deutschland) › Einer der größten regionalen Verteilnetzbetreiber in Deutschland › Über 2 000 Mitarbeitende, rund 200 Auszubildende › Stromnetz (Nieder-, Mittel- und Hochspannung): 83 000 Kilometer › Netzkund:innen: 1,5 Mio. omicronenergy.com/compano100 COMPANO 100 Die Kombination aus COMPANO 100 und CPOL3 ist eine leistungsfähige Lösung für einphasige Verdrahtungsprüfungen. Durch das geringe Gewicht und den netzunabhängigen Betrieb lassen sich Prüfaufbauten schnell und flexibel realisieren. Beide Geräte verfügen über eine integrierte Anzeige, die eine einfache Bedienung direkt vor Ort ermöglicht. Jetzt QRCode scannen und mehr erfahren. Magazin | Ausgabe 1 2026 11
Michael Stobinski ist versierter Elektrotechniker und Geschäftsführer der ETMS-TEC GmbH. Mit großer Leidenschaft für die Prüftechnik ist er täglich an den unterschiedlichsten Anlagen der Energieversorgung im Einsatz. Als weltweit erster Besitzer eines CPOL3 verwendet er das Prüfgerät seit Beginn und bringt besonders wertvolle Praxiseinblicke mit. Hier teilt er seine Erfahrungen aus dem Prüfalltag. Guten Tag, Herr Stobinski. In welchem Bereich sind Sie hauptsächlich tätig? Michael: Ich bin als Dienstleister unterwegs und führe vor allem Inbetriebnahmen sowie Prüfungen im Bereich der Mittelspannung, Sekundär- und Primärtechnik durch. Schwerpunkte sind unter anderem Mittelspannungsstationen für die Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen. Mein Leistungsspektrum umfasst unter anderem die Inbetriebnahme kompletter Stationen, die Prüfung und Zuordnung von Strom- und Spannungswandlern, Fehleranalysen, Verdrahtungsprüfungen sowie Schutzprüfungen. Haben Sie besondere Ansprüche an Ihre Prüfgeräte als Dienstleister? Ja. Prüfgeräte müssen zuverlässig, präzise und schnell einsatzbereit sein. Effizienz ist entscheidend und die Geräte sollen sich zügig einsetzen lassen und klar verständliche Ergebnisse liefern. Wichtig sind außerdem Flexibilität und Mobilität, weil ich in unterschiedlichsten Anlagen arbeite. Entscheidend ist, Fehler nicht nur zu erkennen, sondern auch nachvollziehbar zu belegen: Eine klare Anzeige und die Möglichkeit, Signalformen zu bewerten, helfen dabei. Wie setzen Sie das CPOL3 konkret bei der Arbeit ein? Bei nahezu jedem Einsatz habe ich zwei Geräte dabei, das COMPANO 100 und das CPOL3. Das COMPANO 100 nutze ich wegen des Batteriebetriebs, das CPOL3 wegen seiner vielseitigen Messmöglichkeiten. Gerade in noch nicht in Betrieb genommenen Anlagen ohne Netzanschluss kann ich mit dieser Kombination flexibel und mit geringem Aufwand prüfen. Schwerpunkt ist dort die Verdrahtungs- und Wandlerprüfung. Dabei setze ich das CPOL3 zur Kontrolle von Polarität und Übersetzungsverhältnis ein. Die Anzeige der Signalform ist für mich sehr hilfreich bei der gezielten Fehlersuche. Gibt es ein Praxisbeispiel mit dem CPOL3, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? Ja, eine Mittelspannungsstation in Gera. Bei einer Inbetriebnahme habe ich bei der Signalanzeige des CPOL3 eine deutliche Auffälligkeit im Signalverlauf bei einem Spannungswandler erkannt. Statt des erwarteten Sägezahnsignals zeigte sich eine deutlich abweichende Signalform. Für mich war sofort klar, dass das nicht normal ist. Nach Rücksprache mit dem Hersteller, entschied sich dieser für eine Überprüfung vor Ort. Nach der Prüfung wurde der Spannungswandler vom Hersteller ausgetauscht. In diesem Fall hat sich die Signalanzeige bei der Fehlersuche klar bewährt. Wäre der potenziell defekte Wandler unentdeckt geblieben, hätte das zu erheblichen Schäden und Ausfallzeiten führen können. Ihr Fazit: Hat sich das CPOL3 für Sie bewährt? Ja, eindeutig. Das CPOL3 ist bei nahezu jedem Einsatz dabei und ersetzt bei vielen Aufgaben ein klassisches Multimeter. Um das CPOL3 für mich noch effektiver zu machen, wäre die direkte Übertragung der Messergebnisse auf Prüfgeräte wie das COMPANO 100 eine wünschenswerte Ergänzung, da sie die Dokumentation deutlich vereinfachen würde. Insgesamt bin ich sehr zufrieden und habe inzwischen sogar ein zweites CPOL3 bestellt. Wir bedanken uns herzlich bei unseren Interviewpartnern für ihre Zeit und ihr wertvolles Feedback. Es freut uns sehr, dass das CPOL3 auf so positive Resonanz stößt. Wir hoffen, dass es auch künftig bei Anwender:innen weltweit für zufriedene und lächelnde Gesichter sorgt. WIE STEHT ES UM DAS ERSTE CPOL3? 12
Magazin | Ausgabe 1 2026 Michael Stobinski, Elektrotechniker, ETMS-Tec GmbH »Bei nahezu jedem Einsatz habe ich zwei Geräte dabei, das COMPANO 100 und das CPOL3. Das COMPANO 100 nutze ich wegen des Batteriebetriebs, das CPOL3 wegen seiner vielseitigen Messmöglichkeiten.« ETMS-TEC GMBH › Sitz: Halle (Deutschland) › Bietet deutschlandweit Dienstleistungen im Bereich der elektrischen Energietechnik an › Spezialisiert auf Mittelspannung und Primärtechnik › Schwerpunkte sind unter anderem Mittelspannungsstationen für die Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen Lachende Gesichter bei der Übergabe des ersten CPOL3 13
Die Palette von rotierenden elektrischen Maschinen reicht von Hochspannungsgeneratoren, die elektrische Energie erzeugen, bis hin zu Mittelspannungsmotoren, die wichtige Systeme und Prozesse in den Bereichen Infrastruktur, Industrie und Fertigung antreiben. Diese Maschinen sind so wichtig für unseren täglichen Betrieb, dass ein einziger Ausfall enorme finanzielle Verluste verursachen kann – nicht nur wegen der Sachschäden an der Maschine, sondern auch wegen der hohen Kosten, die entstehen, wenn die Energieversorgung und die industrielle Produktion für längere Zeit zum Stillstand kommen. Umstieg auf die zustandsorientierte Wartung Durch den Umstieg von der ausfallorientierten auf die zustandsorientierte Wartung haben es Wartungstechniker:innen seit einigen Jahrzehnten zunehmend mit Prüfungen rotierender Maschinen zu tun. Die neuesten Lösungen für das Prüfen und Monitoring rotierender Maschinen helfen diesen Techniker:innen, die Risiken für einen Maschinendefekt besser zu bewerten, sodass sie der zustandsorientierten Wartung so schnell wie möglich den Vorrang geben sollten. Vielleicht betrifft das ja auch Sie? Was sind mögliche Ursachen für den Ausfall rotierender Maschinen? Mehrere internationale Forschungsstudien haben gezeigt, dass Probleme in der elektrischen Isolation zu den Hauptursachen für den Ausfall rotierender Maschinen gehören. Der zeitweilige und kontinuierliche Einfluss thermischer, elektrischer, umgebungsbedingter und mechanischer Beanspruchung führt dazu, dass die Isolation der Ständerwicklung in rotierenden Maschinen nachlässt, altert und schließlich versagt. GRUNDLAGEN DER PRÜFUNG UND DES MONITORINGS ROTIERENDER MASCHINEN »Mehrere internationale Forschungsstudien haben gezeigt, dass Probleme in der elektrischen Isolation zu den Hauptursachen für den Ausfall rotierender Maschinen gehören.« 14
Magazin | Ausgabe 1 2026 Ständerwicklungen und Ständerkern eines Leistungsgenerators. Der Rotor wurde im Rahmen der Routinewartung ausgebaut. 15
EMPFOHLENE ELEKTRISCHE PRÜFUNGEN Wir empfehlen die folgenden vier elektrischen Offline-Prüfungen mit Fokus auf der Isolation der Ständerwicklungen. Sie ermöglichen eine vollständige Bewertung des Zustands, der Alterung und des Verunreinigungsgrads der Isolation der Ständerwicklung in einer Maschine. Das macht sie aus unserer Sicht zu den wichtigsten Prüfverfahren in diesem Bereich. Prüfung des Gleichstrom-Isolationswiderstands und des Polarisationsindex Diese kombinierten Prüfungen ermöglichen ein schnelles Bewerten des Zustands von Ständerwicklungen. › Warum ist die Prüfung wichtig? Auf diese Weise lassen sich schnell generelle Probleme erkennen. Die Prüfungen reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und Verunreinigungen auf der Oberfläche, die die Unversehrtheit der Isolation beeinträchtigen. › Was sagt die Prüfung aus? Ein niedriger Isolationswiderstandswert weist auf eine feuchte und/oder verunreinigte Isolation hin. Der Polarisationsindex (PI) gibt das Verhältnis des Isolationswiderstands nach zehn Minuten zum Isolationswiderstand nach einer Minute an. Nach internationalen Normen sollte dessen Wert bei modernen Isolationssystemen mindestens 2 betragen. › Das Fazit: Diese Sicherheitsmaßnahme bildet die Grundlage für die Entscheidung, ob es überhaupt sicher ist, die Maschine für weitere Prüfungen unter Spannung zu setzen. › Häufigkeit: Einmal jährlich oder vor dem Einschalten der Maschine nach einer langen Abschaltung. › Anwendbare Normen: IEC 60034-27-4 und IEEE 43 Prüfung des Verlustfaktors (Tan Delta) / Leistungsfaktors Bei dieser Wechselstrom-Prüfung werden die allgemeine Qualität und der allgemeine Zustand der Isolation bewertet. › Warum ist die Prüfung wichtig? Unter idealen Bedingungen wirkt die Isolation wie ein reiner Kondensator. Je älter die Isolation wird, desto größer wird jedoch der Widerstand. Eine frühzeitige Erkennung zunehmender Isolationsverluste kann dabei helfen, Entscheidungen bezüglich einer zustandsorientierten Wartung zu treffen. › Was sagt die Prüfung aus? Bei der Prüfung des Verlust-/Leistungsfaktors wird das Verhältnis von Wirkstrom zu kapazitivem Strom (IR/IC) gemessen. Aus der Bewertung dieser dielektrischen Verluste im Isolationssystem kann dessen Gesamtzustand und Alterungs- bzw. Verunreinigungsgrad abgeleitet werden. Ein Vergleich zwischen den Phasen zeigt sofort, ob es bei den Teilen der Wicklung Probleme gibt. › Das Fazit: Messungen des Verlust-/Leistungsfaktors liefern einen quantitativen Indikator für den Zustand der Isolation, ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Verschleißerscheinungen und helfen, kostspielige Ausfälle rotierender elektrischer Maschinen zu vermeiden. 1 2 16
Magazin | Ausgabe 1 2026 Standardmäßige Offline-TE-Prüfungen liefern einen aktuellen Überblick über die Teilentladungsaktivität in rotierenden Maschinen, aber diese Aktivität kann in hohem Maße schwanken und sich je nach Temperatur, Last und Feuchtigkeit im Laufe der Zeit ändern. Das Online-TE-Monitoring bietet also nicht nur eine Momentaufnahme, sondern gibt Aufschluss darüber, wie sich die TE-Aktivität über den gesamten Lebenszyklus einer Maschine hinweg entwickelt. Die anwendbaren Normen für das Online-TE-Monitoring sind IEC 60034-27-2 und IEEE 1434. Ein solches Monitoring hat unter anderem die folgenden Vorteile: › Korrelation mit einsatzbedingten Belastungen: Zu Teilentladung kommt es in der Regel bei ganz bestimmten Temperatur- und Lastbedingungen. Mittels TEMonitoring lassen sich die Auswirkungen der verschiedenen Betriebsbedingungen auf die TE-Aktivität über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich messen. › Trendanalyse („Anstiegsrate“): Bei der TE-Analyse geht es zumeist weniger um den absoluten Wert als um den Trend. Eine Maschine mit hoher, aber stabiler Teilentladung kann jahrelang problemlos laufen, während ein schneller Anstieg bei einer Maschine mit geringer Teilentladung auf ein Problem hindeutet, das bei fortdauernder Entwicklung zu einem Isolationsdefekt führen kann. › Frühzeitige Ausfallwarnung: Das TEMonitoring findet kontinuierlich online statt, während die Maschine arbeitet. Wenn zuvor definierte Alarmschwellwerte überschritten werden, werden Alarme ausgegeben, sodass sich das Risiko durch den Betreiber bewerten lässt und eine zustandsorientierte Wartung eingeplant werden kann, damit Maschinendefekte und unerwartete Ausfälle vermieden werden. › Häufigkeit: Alle ein bis drei Jahre › Anwendbare Normen: IEEE 286 und IEC 60034-27-3 Prüfung der Überspannungs- oder Stehspannungsfestigkeit Diese Prüfung ermöglicht eine strengere Bewertung der dielektrischen Stärke der Isolation. Normalerweise wird die Wicklung eine Minute lang einer bestimmten Überspannung ausgesetzt. Dies kann mit Wechsel- oder mit Gleichstrom erfolgen, da aber die Spannungsverteilung in der Isolation während des Betriebs gleich ist, wird empfohlen, die Prüfung mit Wechselstrom durchzuführen. › Warum ist die Prüfung wichtig? Bei der Prüfung werden Spannungen angelegt, die größer als die Nennspannung sind, um die Reaktion der Isolation unter Belastung zu bewerten. › Was sagt die Prüfung aus? Bei der Prüfung wird nach Rissen, Durchschlägen und punktuellen Schwachstellen in der Hauptisolation gesucht. Mit ihr lässt sich verifizieren, ob die Isolation Spannungsbelastungen standhalten kann, die über die normalen Betriebswerte hinausgehen, ohne dass es zu einem Versagen kommt. › Das Fazit: Die Prüfung bestätigt, dass die Isolation der Nennbetriebsspannung standhalten kann und es zusätzlich eine Sicherheitsreserve gibt. › Häufigkeit: Alle ein bis drei Jahre in Kombination mit Messungen des Verlust-/Leistungsfaktors. › Anwendbare Normen: IEC 60034-1 und IEEE 95 Prüfung auf Teilentladung Die Prüfung auf Teilentladung (TE-Prüfung) ist die technisch komplexeste und aussagekräftigste der vier Prüfungen. Sie ermöglicht es, kleinste elektrische Funken zu erkennen, die innerhalb der Isolation und auf ihrer Oberfläche auftreten und dort im Laufe der Zeit zu Schäden führen können. › Warum ist die Prüfung wichtig? Die meisten Hochspannungsdefekte treten nicht sofort auf. Sie beginnen vielmehr mit mikroskopisch kleinen Hohlräumen oder Blasen im Harz. TE-Messungen helfen, diese bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. › Was sagt die Prüfung aus? Die Prüfung identifiziert viele verschiedene potenzielle Probleme mit dem Isolationssystem, wie Hohlräume, Ablösungserscheinungen und lose Spulen. Obwohl Teilentladungen die Isolation erst im Laufe der Zeit schädigen, kann diese Prüfung interne Erosion erkennen, bevor sie bei anderen Messungen sichtbar wird. › Das Fazit: Diese Prüfung ist nichts weniger als das ultimative Frühwarnsystem für Hochspannungsmaschinen (typischerweise 6 kV und höher). › Häufigkeit: Alle ein bis drei Jahre in Kombination mit Messungen des Verlust-/Leistungsfaktors und Stehspannungsprüfungen. › Anwendbare Norm: IEC 60034-27-1 (Offline-Prüfung) 3 4 WANN SOLLTEN SIE ÜBER TE-MONITORING NACHDENKEN? 17
ZUSÄTZLICHE ÜBERLEGUNGEN ZU PRÜFUNGEN Bei den elektrischen Standardprüfungen und den TE-Monitoring-Verfahren, die wir zuvor empfohlen haben, wird der Zustand der Isolation von Ständerwicklungen bewertet. Prüfungen wie die Electromagnetic Core Imperfection Detection (EL CID) und die Sweep Frequency Response Analysis (SFRA) sind aber ebenfalls wichtig, da sie sich mit dem mechanischen und magnetischen Zustand des Ständerkerns und des Rotors einer Maschine befassen. EL CID-Prüfung des Ständerkerns Der Ständerkern besteht aus Tausenden dünner Stahlblechlamellen, die zur Vermeidung von Wirbelströmen mit Lack beschichtet sind. Ein Defekt des Ständerkerns ist für die Maschine genauso schädlich wie ein Ausfall der Isolation. › Was passiert bei der Prüfung? Bei der Prüfung wird mithilfe eines geringen magnetischen Flusses die Oberfläche des Ständerkerns abgetastet. › Warum ist die Prüfung wichtig? Wenn der Lack zwischen den Lamellen durch Vibrationen, Überhitzung oder mechanische Beschädigungen keinen Schutz mehr bietet, entstehen lokale Heißstellen. Diese Heißstellen können sich während des Betriebs verstärken und letztlich zu erheblichen Maschinenschäden führen. › Was sagt die Prüfung aus? Bei der Prüfung handelt es sich um eine spezielle Wartungsprüfung, die während großer Überholungen durchgeführt wird. Sie dient dazu, Heißstellen zu erkennen und etwaige mit ihnen verbundene Rotorschäden zu bewerten. › Häufigkeit: Typischerweise alle fünf bis sieben Jahre oder wann immer der Rotor zu Wartungszwecken ausgebaut wird. SFRA Während umfangreicher Überholungen oder nach der Produktion kann eine SFRA, auch Übertragungsfunktionsanalyse genannt, durchgeführt werden, um „versteckte“ strukturelle Schäden aufzuspüren. › Was passiert bei der Prüfung? Bei der Prüfung wird eine sinusförmige Spannung über einen Frequenzbereich von Hz bis MHz in die Wicklung eingespeist und es wird die Reaktion gemessen. Dabei werden alle Änderungen im elektrischen Netzwerk erkannt. › Was sagt die Prüfung aus? Es handelt sich um eine empfindliche Messung, die hauptsächlich bei Rotoren und bei Ständern mit wilder Wicklung eingesetzt wird und Kurzschlüsse zwischen Wicklungswindungen erkennt. › Warum ist die Prüfung wichtig? Kurzschlüsse zwischen Windungen erzeugen lokale Wirbelströme, die übermäßige Wärme entwickeln, was einen Durchschlag der Isolation und fortschreitende Schäden an der Wicklung zur Folge haben kann. Wenn sie unerkannt bleiben, können sie sich verstärken und zu schweren Maschinendefekten und kostenintensiven Stillstandszeiten führen. › Häufigkeit: Bei kleineren Maschinen, wie Motoren, im Rahmen der Werksabnahmeprüfung (FAT) und bei den Rotoren größerer Maschinen alle ein bis drei Jahre über die gesamte Nutzungsdauer hinweg. Wenn Sie mehr wissen möchten, kontaktieren Sie uns. Wir haben für alle in diesem Artikel erwähnten Diagnoseverfahren eine passende Prüf- und Monitoring-Lösung. Unsere Lösungen helfen Ihnen dabei, Risiken zu minimieren, die Sicherheit der Mitarbeiter:innen zu gewährleisten und die Zuverlässigkeit Ihrer rotierenden Maschinen langfristig aufrechtzuerhalten. Über den QR-Code gelangen Sie zu unserem neuen E‑Book „The Basics of Rotating Machine Testing and Monitoring“. Es enthält praktische Tipps für den Einstieg, inklusive hilfreicher Videos, in denen gezeigt wird, wie Sie Prüfungen durchführen und die Messdaten interpretieren. SIE FINDEN DAS THEMA INTERESSANT? omicron.energy/basics-rotating-machines-testing 18
Magazin | Ausgabe 1 2026 Das proaktive Prüfen von Mittelspannungs- und Hochspannungsschaltanlagen ist die Basis eines jeden sicheren, zuverlässigen und langlebigen Energiesystems. Warum sollte regelmäßig geprüft werden? Routineinspektionen sind nicht nur in den anwendbaren Normen vorgeschrieben, sondern sorgen auch für ein beruhigendes Gefühl. Durch frühzeitiges Erkennen von Schwachstellen lassen sich katastrophale Ausfälle verhindern, Geräteschäden reduzieren und kostspielige ungeplante Ausfallzeiten eliminieren. Im Ergebnis wird die Umgebung sicherer und die elektrische Infrastruktur resilienter. Praxiseinblicke für Einsteiger:innen und Expert:innen Egal, ob Sie sich gerade erst in das Thema einarbeiten oder schon Erfahrungen haben: Unsere beiden umfassenden und kostenlosen Leitfäden „Diagnoseprüfungen von Mittelspannungsschaltanlagen“ und „Diagnoseprüfungen und Monitoring von Hochspannungsschaltanlagen“ helfen Ihnen, Ihren Workflow zu optimieren. Sie bieten einen praktischen Überblick über Folgendes: › Empfohlene Prüfungen: ausführliche Beschreibungen wichtiger Verfahren › Ausführung: Schrittanleitung für die Durchführung von Prüfungen › Lösungen: empfohlene Prüftools zur Erledigung Ihrer Aufgaben DIE ZUVERLÄSSIGKEIT VON SCHALTANLAGEN SICHERSTELLEN KOSTENLOSE LEITFÄDEN ABRUFEN Scannen Sie einfach den QR-Code: omicron.energy/switchgear-testing-brochures 19
Vorteile der Verifizierung der Stationsautomatisierung DIE ZEHNERREGEL 20
Magazin | Ausgabe 1 2026 Entwurf und Spezifikation Fehlerkosten Engineering und FAT Inbetriebnahme und SAT Betrieb 1 2 3 4 die sich durch Glasfasernetzwerke bewegen. Ein Ausfall dieser unsichtbaren Drähte kann katastrophale Folgen haben. Energieversorger müssen sich heute nicht mehr nur fragen, wie sie diese Systeme aufbauen können, sondern auch wie sich diese Systeme über ihre gesamte Lebensdauer hinweg effektiv verifizieren lassen. Zur Lösung dieses Problems müssen wir uns mit einem Managementkonzept namens Total Quality Management (TQM) befassen, das sich zunehmend zur goldenen Regel für moderne Energiesysteme entwickelt: die Zehnerregel. Was kostet ein Fehler? Anhand der Zehnerregel lassen sich eindrucksvoll die externen Kosten und logistischen Folgen von Fehlern in einem Lebenszyklusphasen eines virtuellen PAC-Systems In der Energiewirtschaft findet derzeit eine stille Revolution statt. Der Trend weg von der vertrauten Welt der festverdrahteten Logik und hin zu dezentralen, digitalen Architekturen verändert die DNA unserer Schaltanlagen nachhaltig. Moderne IEC 61850-konforme Stationsautomatisierungssysteme (SAS) bieten ein beispielloses Maß an Flexibilität und Datentransparenz. Aber wie jede:r Techniker:in bestätigen kann, der:die schon einmal einen Großteil der Nacht in einer Leitwarte verbracht hat, bringt dieser Wandel auch ein neues Maß an Komplexität mit sich. Früher war ein Verdrahtungsfehler etwas, das man sehen und mit einem einfachen Multimeter messen konnte. Heute besteht unsere Verdrahtung aus Ethernet-Paketen – GOOSE, Sampled Values (SV) und MMS – »Die Grundprämisse für die Kosten zur Behebung eines Fehlers ist einfach, aber brutal: Mit jeder neuen Projektphase verzehnfachen sich die Kosten.« Engineering-Projekt herleiten. Die Grundprämisse für die Kosten zur Behebung eines Fehlers ist einfach, aber brutal: Mit jeder neuen Projektphase verzehnfachen sich die Kosten. Wenn wir diese Regel auf die Stationsautomatisierung anwenden, können wir eine deutliche Tendenz zur Zunahme des Risikos erkennen. 1 Die 1-Euro-Lösung: Spezifikation und Entwurf In ihrer frühesten Phase existiert eine Schaltanlage nur als Digital Twin oder als eine Sammlung von Substation- Configuration-Language-Dateien (SCLDateien). Findet ein:e Ingenieur:in im Büro bei einer virtuellen Zustandsprüfung eine doppelte IP-Adresse oder eine VLAN-Diskrepanz, liegen die Kosten für die Behebung dieses Fehlers praktisch bei null. Alles, was getan werden muss, ist die Korrektur eines Wertes in einem SoftwareTool, ohne dass auch nur ein Hardware-Teil bestellt worden ist. 2 Die 10-Euro-Lösung: Werksabnahmeprüfung (FAT) In der FAT-Phase werden physische Intelligent Electronic Devices (IEDs) in einem Labor unter Spannung gesetzt. Wenn derselbe IP-Konflikt erst an diesem Punkt entdeckt wird, ist seine Behebung zehnmal teurer. Die Testläufe müssen unterbrochen, physische Geräte neu konfiguriert und Dateien erneut geladen werden. Möglicherweise müssen auch stundenlange Funktionsprüfungen erneut stattfinden, während Kund:innen und Dienstleister:innen auf die Uhr schauen. 3 Die 100-Euro-Lösung: Standortabnahmeprüfung (SAT) Nehmen wir jetzt an, der Fehler bleibt unbemerkt, bis die Ausrüstung am Standort der Schaltanlage angekommen ist. Die Kosten für die Fehlerbehebung haben in diesem Fall schon 100 Euro erreicht. Das Erkennen eines Kommunikationskonflikts während der Inbetriebnahme ist mit 21
hohen Kosten für Außeneinsätze und die Anmietung von Spezialgeräten und dem enormen Druck eines zeitlich begrenzten Ausfallzeitfensters verbunden. Wenn ein Konfigurationsfehler dazu führt, dass das Primärbetriebsmittel verspätet unter Spannung gesetzt wird, drohen Energieversorgern Vertragsstrafen – hohe Bußgelder bei Projektverzögerungen – sowie die StandbyKosten für ein ganzes technisches Team. 4 Die 1000-Euro-und-mehrKatastrophe: Betrieb Dieses Szenario möchten alle vermeiden. Wenn sich ein Logikfehler – z. B. ein umgekehrtes Auslösesignal oder ein Fehler bei der Zeitsynchronisation – durch den gesamten Lebenszyklus einer Schaltanlage zieht, werden die Kosten nicht mehr in einfachen Arbeitsstunden gemessen. In diesen Fällen kommen Kosten für ungeplante Netzausfälle, katastrophale Schäden an Betriebsmitteln in Millionenwerten, wie beispielsweise Leistungstransformatoren, sowie potenzielle Sicherheitsrisiken für das Personal hinzu. Die »Um den Folgen der Zehnerregel entgegenzuwirken, schlagen wir vor, unsere Sichtweise auf die Dokumentation zu ändern. Statt am Ende eines Projekts ein statisches PDF zu erstellen, benötigen wir einen standardisierten Systemverifizierungsbericht (System Verification Report, SVR).« 22
Magazin | Ausgabe 1 2026 Behebung eines Fehlers in dieser Phase kann ohne Weiteres Tausende, wenn nicht sogar Millionen kosten. Auf der Jagd nach unsichtbaren Fehlern Warum ist es so schwer, diese Fehler aufzuspüren? In einer IEC 61850-Umgebung erscheinen Kommunikationsfehler oft logisch und sind so lange unsichtbar, bis sie zu einem Systemausfall führen. IEC 61850 gibt der Geschwindigkeit kritischer Schutzmeldungen den Vorrang und umgeht dazu die Vermittlungsschicht (IP) und die Transportschicht (TCP) des Open Systems Interconnection (OSI)- Modells. So können GOOSE-Meldungen innerhalb von Millisekunden direkt an eine MAC-Adresse geliefert werden. Das hat den Nachteil, dass die Meldung bei einem Fehler auf Schicht 2, zum Beispiel bei einer VLAN-Diskrepanz, einfach verschwindet. Der Absender erhält aber keine Fehlermeldung, sodass funktionskritische Daten in einem schwarzen Loch verschwinden können. Hier ein paar Beispiele für häufige technische Tücken: › Doppelte IP- und MAC-Adressen: Doppelte Adressen führen zu sporadischen Fehlern beim MMS-Reporting oder der Simple Network Time Protocol (SNTP)- Zeitsynchonisation. Wenn sich zwei Streams eine Multicast-MAC-Adresse teilen, kann es passieren, dass IEDs irrelevante Daten verarbeiten müssen, sodass es zu einem Pufferüberlauf oder einer hohen CPU-Auslastung kommt. › Diskrepanzen beim VLAN-Tagging: VLANs sorgen für die Trennung des Datenverkehrs, um zu verhindern, dass Sampled Values den Stationsbus überlasten. Eine einzige fehlerhafte SwitchPort-Konfiguration kann dazu führen, dass wichtige Schutzmeldungen blockiert werden, sodass der Leistungsschalter bei einem Fehler nicht auslöst. › SCL-Inkonsistenzen: Die Substation Configuration Description (SCD)-Datei ist der Masterplan. Wenn die Version im IED nicht zur Masterdatei passt, wird die Kommunikation blockiert, da die Dataset-Signaturen nicht zueinander passen. › Zeitsynchronisationsdrifts: In modernen Systemen mit Precision Time Protocol (PTP) wird die Genauigkeit in Sub-Mikrosekunden gemessen. PTP ist für Prozessbus-Anwendungen unverzichtbar. Bereits eine Abweichung von wenigen Mikrosekunden kann zu fehlerhaften Berechnungen beim Differenzialschutz und zu katastrophalen Fehlauslösungen führen. Dynamischer Systemverifizierungsbericht Um den Folgen der Zehnerregel entgegenzuwirken, schlagen wir vor, unsere Sichtweise auf die Dokumentation zu ändern. Statt am Ende eines Projekts ein statisches PDF zu erstellen, benötigen wir einen standardisierten Systemverifizierungsbericht (System Verification Report, SVR). Dabei handelt es sich um einen digitalen Thread, der Auskunft über die Integrität einer Schaltanlage von der Planung bis zur Stilllegung gibt. OSI-Modell Bitübertragungsschicht Sicherungsschicht Legt das Format der Daten im Netzwerk fest Vermittlungsschicht Entscheidet, welchen physischen Weg die Daten nehmen Transportschicht Sitzungsschicht Darstellungsschicht Anwendungsschicht Überträgt Roh-Bit-Ströme über das physische Medium Überträgt Daten mithilfe von Übertragungsprotokollen, z. B. TCP und UDP Sorgt dafür, dass Daten ein verwendbares Format haben, und ist der Ort der Datenverschlüsselung Hält Verbindungen aufrecht und ist für die Steuerung von Anschlüssen und Sitzungen zuständig Schicht für die Mensch-Computer-Interaktion, über die Anwendungen auf Netzwerkdienste zugreifen können 23
Phase 1: Technische Planung im Büro (ROI-Phase) Hier ist das Ziel, die architektonische Stabilität der SCD-Datei sicherzustellen, noch bevor die Hardware ins Spiel kommt. Zu den standardisierten Metriken sollten die Validierung des SCL-Schemas (zur Sicherstellung der syntaktischen Korrektheit) sowie eine automatisierte Überprüfung der virtuellen Adressen gehören, bei der die gesamte Schaltanlage auf doppelte IP- und MAC-Adressen geprüft wird. Phase 2: Engineering-FAT (Leistungsphase) Im Labor wird der SVR um die Leistung des Kommunikationsnetzwerks erweitert. Wir müssen bei GOOSE-Meldungen die Übertragungszeit messen, um sicherzustellen, dass sie die strengen Anforderungen (bei Auslösesignalen oft < 3 ms) erfüllen, und bei Redundanzprotokollen wie Parallel Redundancy Protocol (PRP) und High-availability Seamless Redundancy (HSR) die Wiederanlaufzeit dokumentieren. Damit stellen wir sicher, dass die Multi-Vendor-Integration unter simulierten Lasten ordnungsgemäß funktioniert. Phase 3: Inbetriebnahme-SAT (physische Phase) Nach dem Eintreffen der Ausrüstung am Einsatzort bestätigt der SVR ihr ordnungsgemäßes Funktionieren. Dazu gehören die standardisierte Protokollierung der Integrität des Glasfasersignals (optische Leistungspegel in dBm) sowie die Bestätigung, dass die PTP Grandmaster Clock mit einer Genauigkeit von 1 µs mit der Coordinated Universal Time (UTC) synchronisiert ist. Außerdem führen wir digitale Verdrahtungsüberprüfungen durch, um sicherzustellen, dass GOOSE-Meldungen und die Schaltoperationen von Leistungsschaltern nach einer physischen Stromeinspeisung ordnungsgemäß funktionieren. Phase 4: Wartung (Golden Baseline) Der während der Inbetriebnahme erstellte SVR dient für die nächsten 20 bis 30 Jahre als sogenannte „Golden Baseline“. Durch einen regelmäßigen Vergleich der aktiven IED-Konfiguration mit dieser Baseline (Fingerprinting) können Energieversorger Konfigurationsdrifts erkennen. Auch nach der Installation von Sicherheitspatches oder Firmware-Updates ist dieser Vergleich wichtig, um sicherzustellen, dass Software-Fixes nicht versehentlich zu einer Unterbrechung der Schutzlogik geführt haben. Die Standardisierung der SVR-Erstellung in vier kritischen Phasen erlaubt es uns, Fehler zu identifizieren, solange sich die Kosten für deren Behebung noch im 1-Euro-Bereich befinden. Die Energieversorger sind gefragt Am Wandel zu digitalen Schaltanlagen kommt niemand mehr vorbei – dessen wirtschaftliche Nachhaltigkeit hängt aber wesentlich davon ab, wie wir die Komplexität in den Griff bekommen. Um in vollem Umfang von den Vorteilen eines intelligenteren Netzes zu profitieren, empfehlen wir die folgenden drei entscheidenden Schritte: 1. Standardisierte Vorlage einführen: Legen Sie ein standardisiertes SVRFormat fest, das in allen Projektphasen (Entwurf, FAT, SAT und Wartung) verwendet wird. 2. Automatisierungstools integrieren: Steigen Sie von der manuellen Dokumentation auf Tools um, die automatisiertes SCL-Parsing, Live-Verifizierung und Netzwerkverkehrsanalysen ermöglichen, um den Einfluss menschlicher Fehler zu verringern. 3. Frühe Verifizierung durchsetzen: Verlangen Sie für das Ende der Entwurfsphase einen vorläufigen Verifizierungsbericht, um logische Fehler aufzuspüren, bevor es an die Beschaffung von Hardware geht. Die Berücksichtigung der Prinzipien der Zehnerregel sorgt dafür, dass die unsichtbare Verdrahtung unseres modernen Netzes robust, resilient und vor allem verifiziert ist. Die Standardisierung des Reportings ist keine bloße administrative Aufgabe, sondern eine Grundvoraussetzung für die Zukunft der Versorgungssicherheit. »Würden Sie nicht lieber heute diesen 1-Euro-Fehler finden als morgen vor einer 1-Million-EuroKatastrophe zu stehen?« 24
Magazin | Ausgabe 1 2026 E-BOOKS ZU TEILENTLADUNGSMESSUNGEN Schon gewusst? Teilentladungsmessungen (TE-Messungen) liefern Ihnen die Daten, die Sie für den Umstieg von der reaktiven auf die vorbeugende oder zustandsorientierte Wartung benötigen. Regelmäßige TE-Prüfungen sind nicht nur in der Lage, TE zu erkennen, sondern ermöglichen es auch, das Fortschreiten von Isolationsdefekten zu verfolgen. Auf diese Weise können Wartungsmaßnahmen ergriffen werden, bevor der Worst Case eintritt und das Betriebsmittel komplett ausfällt. E‑BOOKS ABRUFEN Scannen Sie einfach den QR-Code: Sie möchten mehr erfahren? Holen Sie sich unsere vierteilige E-Book-Reihe – kostenlos und ohne jegliche Einschränkungen. Es handelt sich dabei um eine umfangreiche Sammlung, die Sie in die Grundlagen der TE-Messung einführt und Best Practices zum Prüfen verschiedener elektrischer Betriebsmittel sowie Verfahren für die Interpretation von TE-Messergebnissen zur genauen Bewertung des Isolationszustands vermittelt. Die E-Books können Sie auf dem Gerät Ihrer Wahl lesen (Computer, Tablet oder Smartphone). Jedes E-Book enthält auch Videos mit praktischen Tipps für TE-Messungen. omicron.energy/get-pd-ebooks 25
Die Veröffentlichung von DANEO Control 6.00 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer DANEO-Lösung. Neben der Fortsetzung unserer Unterstützung für das DANEO 400 bringen wir ein neues Gerät auf den Markt: die MBX2. Mit diesem neuen Gerät reagieren wir auf die anhaltende Transformation zu vollständig digitalen Schaltanlagen und den Bedarf an Prüflösungen, die eine deutlich bessere Performance aufweisen. Die schnelle Weiterentwicklung von Stationsautomatisierungssystemen, die steigende Komplexität der Systeme und das wachsende Datenvolumen erfordern Mess- und Prüfplattformen, die kompromisslose Performance und Zuverlässigkeit bieten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen sich Software und Prüfgerät gemeinsam weiterentwickeln. Mit DANEO Control steht eine zentrale integrierte Softwareplattform zur Verfügung, die sowohl Einblicke in Messergebnisse von Energiesystemen als auch in die IEC 61850-Netzwerkkommunikation ermöglicht. Warum die MBX2? Die MBX2 ist ein Netzwerkanalysator, der für vollständig digitalisierte Schaltanlagen optimiert ist. Mit ihrer Performance und ihren Netzwerkschnittstellen erfüllt sie problemlos die Anforderungen moderner Kommunikationsinfrastrukturen. NEU IM PROGRAMM: DIE MBX2 FÜR DANEO CONTROL Leistungsstarker Netzwerkanalysator für vollständig digitale IEC 61850-Schaltanlagen 26
Magazin | Ausgabe 1 2026 Im Unterschied zum Hybridgerät DANEO 400 befasst sich die MBX2 ausschließlich mit der Kommunikation im Anlagennetzwerk. Sie ist speziell für die optimierte Messung und Aufzeichnung von Signalen und Netzwerkverkehr ausgelegt. Die Kombination aus DANEO Control und MBX2 erweist sich als leistungsstarke Lösung, die tiefe Einblicke in die Kommunikationsnetzwerke einer Schaltanlage liefert und damit unverzichtbare Informationen für das Prüfen und das Beheben von Fehlern bereitstellt. Mit der MBX2, die für große digitale Schaltanlagen entwickelt wurde, stehen eine hochleistungsfähige Plattform und optimierte Netzwerk-Schnittstellen zur Verfügung. Diese gewährleisten den schnellen, zuverlässigen Zugriff auf IEC 61850-Sampled-Values, GOOSE und andere Arten der Kommunikation im Anlagennetzwerk. Das nahtlose Zusammenspiel mit DANEO Control 6.00 ermöglicht effizientes Konfigurieren, eine flexible Live-Beobachtung, getriggertes Aufzeichnen und intuitive Analysen. So erhalten Ingenieur:innen das nötige Maß an Klarheit und Zuverlässigkeit, selbst in großen digitalen Umgebungen. Hauptvorteile von DANEO Control in Kombination mit der MBX2: › Bessere Einblicke in das Energiesystem durch Messung von Zeiger-, RMS-, Frequenz- und Oberschwingungssignalen. › Zuverlässiger Betrieb in großen digitalen Schaltanlagen und Unterstützung einer höheren Zahl von Sampled-Values-Streams für Mess-, Aufzeichnungs- und Veröffentlichungszwecke. › Flexible Netzwerkintegration mit zusätzlichen Ports und Small Form-factor Pluggable (SFP)- Transceiver-Optionen für Kupfer- und Glasfaserverbindungen. › Kleines, tragbares Gerät, das auch für die Installation mittels DIN- Hutschienen-Montage mit Optionen für die DC-Stromversorgung geeignet ist. Die MBX2 erweitert das DANEO-Portfolio um eine Hardware-Plattform, die für vollständig digitale Schaltanlagen optimiert ist. Sie bietet hohe Performance, Effizienz und Zuverlässigkeit für die Energiesysteme von heute und morgen. »Die MBX2 liefert die Performance, die für das zuverlässige Messen und Analysieren von Netzwerkverkehr erforderlich ist – auch in großen, vollständig digitalen IEC 61850-Schaltanlagen.« Matthias Wehinger, Product Manager, OMICRON 27
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