OMICRON Magazin

Magazin | Ausgabe 1 2024 Zur Bewertung und Diagnose des Isolationszustands von Leistungstransformatoren kommen mittlerweile eine Reihe von innovativen Prüf- und Diagnoseverfahren zum Einsatz. Beispiele dafür sind die dielektrische Frequenzantwortmessung (DFR), die Sweep Frequency Response Analysis (SFRA) und das Prüfen und Monitoring von Teilentladungen. Auf diese Weise lassen sich bestimmte Fehler aufspüren, die mit konventionellen Prüfmethoden nicht gefunden werden. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf das Prüfen und Monitoring von Teilentladungen (TE). Teilentladungsprüfungen an Leistungstransformatoren Laut der Norm IEC 60270 sind Teilentladungen lokale dielektrische Durchschläge in einem kleinen Teil eines festen oder flüssigen elektrischen Isolationssystems bei hoher Spannungsbeanspruchung. Teilentladungen sind ein zuverlässiges Anzeichen dafür, dass sich in der Isolation eines elektrischen Betriebsmittels Fehler entwickeln. Gleichzeitig beschleunigen sie das Nachlassen der isolierenden Eigenschaften. Aus diesem Grund ist das Messen und Monitoring von Teilentladungen ein wichtiger Bestandteil der Bewertung des Isolationszustands von elektrischen Betriebsmitteln, wie z. B. von Leistungstransformatoren, damit deren Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit aufrechterhalten werden kann. Das Messen von Teilentladungen beginnt bei Leistungstransformatoren bereits im Werk und gehört dort zur Qualitätskontrolle. Dabei wird der Zustand der Transformatorisolation anhand festgelegter Akzeptanzkriterien bewertet. Während der Inbetriebnahme finden TE-Messungen statt, um zu prüfen, ob die Isolation beim Transport und bei der Installation der Leistungstransformatoren unbeschädigt geblieben ist. Schließlich finden auch während der Hinweis auf steigende Wasserstoffwerte (H2) nach Durchführung einer DGA an einem 3-phasigen 154/31,5 kV-Leistungstransformator (100 MVA) »Nach dem Öffnen des Transformators zur Sichtprüfung wurde deutlich, dass unsere Vermutungen nach den Ergebnissen der TE-Prüfung richtig waren.« Mükremin Yanan, Chief Engineer, TEİAŞ Turkish Electricity Transmission Corp. CO 0 20 40 60 80 100 % H2 CH4 C2H6 C2H4 C2H2 TE T1 T2 20 40 60 80 80 60 40 20 20 40 60 80 T3 E2 E1 ET % CH % C H % C H E1 Entladungen mit geringer Energie E2 Entladungen mit hoher Energie ET Kombination aus Entladungs- und thermischen Fehlern S Streugase T1 Thermische Fehler (<300 °C) T2 Thermische Fehler (300–700 °C) T3 Thermische Fehler (>700 °C) TE Teilentladungen C H C H C H CH H TE S E1 E2 T2 T3 T1 23

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