Magazin | Ausgabe 1 2024 was auf potenzielle TE-Aktivität und einen Schaden an der Isolation im Transformator schließen ließ. Aufgrund des Anstiegs bei den Gaswerten nahmen wir den Transformator vom Netz und schickten ihn zur weiteren Inspektion und Reparatur an unser zentrales Reparaturwerk. Dort führten unsere Prüfingenieur:innen im Hochspannungslabor verschiedene elektrische Prüfungen durch, darunter auch eine dielektrische Frequenzantwortmessung (DFR). Dabei wurde nichts gefunden, was den Verdacht auf TE-Aktivität bestätigten konnte. TE-Prüfung fand mehrere TE-Quellen Im nächsten Schritt wurden verschiedene TE-Prüfungen mit dem OMICRONSystem für das temporäre TE-Monitoring MONTESTO 200 durchgeführt. Die TEPrüfungen fanden über längere Zeiträume bei unterschiedlichen Mittenfrequenzen und Bandbreiten statt, um einen möglichst optimalen Signal-Störabstand zu erzielen. Die dabei erkannten Muster deuteten klar auf eine hohe TE-Aktivität mit verschiedenen Quellen hin. In den 3PARD-Diagrammen (3-Phase Amplitude Relation Diagrams), die Bestandteil des Funktionsumfangs der MONTESTO 200-MonitoringSoftware sind, konnten unsere Prüfingenieur:innen viele Cluster erkennen, was auf das Vorhandensein mehrerer potenzieller TE-Quellen im Transformator hindeutete. Diese konnten für eine Einzelanalyse separiert werden. Analysieren verschiedener 3PARD-Cluster Bei Anwendung der 3PARD-Filter auf einige Cluster, die um die drei Phasen herum angezeigt wurden, zeigten sich symmetrische Entladungen um den Nulldurchgang herum, wie sie für ein vorherrschendes PRPD-Muster (PhaseResolved Partial Discharge) typisch sind. Die Form des Musters deutete darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um Hohlräume im Isolationsmaterial, möglicherweise im Öl, handelte. Aber auch nach Herstellen des Vakuums, um das Öl aus dem Transformatorkessel zu entfernen, waren im selben PRPD-Diagramm dieselben Entladungen zu sehen. Das bedeutete, dass sich die Hohlräume an oder innerhalb der festen Isolation befanden. Andererseits kommt dieses PRPD-Diagramm dem Diagramm für Hohlräume im Klebstoff nach CIGRE 676 sehr nahe. Außerdem war bei der 3PARD-Filterung sehr deutlich eine weitere TE-Quelle zu erkennen, die höchstwahrscheinlich auf Karbonisierung an der Pressboard- Barriere zurückzuführen war – vor allem im Bereich der Phase W, aber auch in den anderen Phasen. Beim Filtern anderer Cluster kam noch eine andere Art von Teilentladung zum Vorschein, die mit schwebenden Metallpartikeln um die Phasen U und V zusammenhing. Sichtprüfung bestätigt Ergebnisse der TE-Prüfung Angesichts der Ergebnisse der TEPrüfung wurde beschlossen, den Transformator zu öffnen und die vermuteten beschädigten Komponenten im Rahmen einer Sichtprüfung zu identifizieren. Nach dem Öffnen des Transformators wurde deutlich, dass unsere Vermutungen nach den Ergebnissen der TE-Prüfung richtig waren. Das Ausmaß des Schadens war deutlich zu erkennen. Das Entfernen des Öls aus dem Kessel förderte viele Kupferstaubpartikel zutage, die sich an verschiedenen Stellen im Transformator abgesetzt hatten. Diese Kupferstaubpartikel waren wahrscheinlich die Metallpartikel, die im zirkulierenden Öl schwebten. Darüber hinaus wurden in fast allen Phasen (HS grob, HS fein, NS grob) an den Pressboards und Keilen Karbonisierungsspuren gefunden. Außerdem fand unser Inspektionsteam auf der Oberseite der grobabstimmenden Wicklungen der Phasen B und C viele Spuren von beschädigtem und verbranntem Klebstoff. Der Transformator wurde dann in unserem Reparaturwerk repariert. Alle beschädigten Teile wurden durch neue Komponenten und Materialien ersetzt. TE-Monitoring bestätigt den Reparaturerfolg Nach Abschluss der Reparaturarbeiten wurden im Hochspannungslabor unseres Reparaturwerks weitere TE-Prüfungen durchgeführt. Dabei wurde keine verdächtigte TE-Aktivität gefunden. Nach der Wiederinbetriebnahme wurde der Transformator über viele Monate hinweg kontinuierlich auf TE überwacht, wobei dasselbe Monitoringgerät MONTESTO 200 verwendet wurde, das auch im Reparaturwerk zum Einsatz kam. Bei dieser Überwachung konnte keine weitere TE-Aktivität festgestellt werden, die auf noch vorhandene oder sich ausweitende Kurzschlüsse im Transformator hingedeutet hätte. Das war für uns der Beweis, dass die Reparaturarbeiten erfolgreich waren. Der Transformator tat wieder zuverlässig seinen Dienst. HIER ERFAHREN SIE MEHR ÜBER MONTESTO 200 omicronenergy.com/montesto200 25
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