OMICRON Magazin

und dabei keine Kompromisse bei der Qualität eingehen. Dazu wurden gleich mehrere Maßnahmen in Angriff genommen: Aufstockung des Lagerbestandes Der erste und naheliegendste Schritt war natürlich die Aufstockung des Lagerbestandes bei allen Bau- und Ersatzteilen. In diesem Punkt hatten wir einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Unternehmen, da wir bei elektronischen Komponenten langjährige Partnerschaften mit unseren Distributoren und oft auch direkt mit Herstellern pflegen. Außerdem beziehen wir einen signifikanten Teil unserer Mechanikkomponenten sowie Zubehörartikel von regionalen Herstellern. Das machte uns zum Teil unabhängig von weltweiten Engpässen und Transportproblemen. Bauteile, die über unsere Distributoren nicht verfügbar waren oder für uns zu lange Lieferzeiten hatten, kauften wir parallel auf anderen Beschaffungsmärkten zu teils wesentlich höheren Preisen ein. Diese Bauteile wurden vor dem Einsatz in der Serienproduktion intensiven Qualitätstests unterzogen und halfen uns somit, überwiegend lieferfähig zu bleiben. Um auch entsprechende Lagerkapazitäten zu schaffen, wurde gleichzeitig in 21 000 m2 zusätzliche Lagerflächen investiert. Auftragsspezifische Bedarfsermittlung Doch trotz der Lageraufstockung konnten auch wir Engpässe nicht ganz verhindern. Das hatte zur Folge, dass wir manchmal dennoch Lieferzeiten anpassen sowie Bestellungen bewerten und priorisieren mussten. Dazu entwickelte das Shortfall-Panel einen Prozess, der uns die Möglichkeit gab, spezielle Aufträge mit einer höheren Priorität zu bearbeiten – beispielsweise in Notsituationen nach Naturkatastrophen oder bei systemrelevanten Anwendungsfällen. Lückenlose, transparente Kommunikation Von ebenso entscheidender Bedeutung war die Kommunikation der jeweils aktuellen Lieferzeiten mit unseren Kund:innen und Sales-Partner:innen. Ein kontinuierlicher Dialog ermöglichte es uns, individuelle Bedürfnisse zu verstehen, auf diese einzugehen und Erwartungen zu managen. So war es möglich, realistische Lieferzeitschätzungen vorzunehmen und Zusagen einzuhalten. Nachhaltige Sicherstellung der Verfügbarkeit Neben der raschen Verkürzung der Lieferzeiten war auch eine nachhaltige Reduktion potenzieller Verzögerungsfaktoren vorgesehen. Dazu wurden Produktionsprozesse analysiert und optimiert. Ein speziell dafür zusammengestelltes Team wurde mit der Aufgabe betraut, Alternativen zu schwer verfügbaren Bauteilen zu suchen und proaktiv unsere Produkte so zu überarbeiten, dass bei gleicher Qualität und Funktion verschiedene Bestückungen möglich wurden. Gängigere Bauteile fanden ihren Weg in unsere Produkte. Dadurch soll die Verfügbarkeit auch in zukünftigen herausfordernden Marktsituationen sichergestellt werden. Erfolgreiche Normalisierung der Lieferzeit Durch den gemeinsamen Einsatz aller beteiligten Teams sowie großen Investments an Zeit und natürlich auch Geld wurden Lieferzeiten stetig verkürzt und über 95 % unserer Produkte werden wieder im vor-Krisen-üblichen Zeitrahmen von vier Wochen oder weniger geliefert. 28

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