Sichere Zeitmessungen an Leistungsschaltern mit beidseitiger Erdung
13. August 2026
Der Umgang mit dem steigenden Prüfbedarf ist bei vielen Unternehmen im Energiesektor eine der drängendsten Fragen. Während es früher üblich war, direkt vor Ort alle Parameter von elektromechanischen Schutzrelais zu prüfen, ist das heute bei den aktuellen Schutzgeräten nicht mehr möglich. Die Zahl an Parametern moderner digitaler Schutzrelais hat immens zugenommen und zusätzlich sind heute wesentlich mehr Schutzrelais als früher im Einsatz. Trotz des aktuellen Fachkräftemangels, alle diese Schutzrelais müssen geprüft werden.
Allerdings haben sich nicht nur Schutzrelais weiterentwickelt, sondern auch die dazugehörigen Prüftechnologien. Mit modernen Prüflösungen, wie der CMC-Prüfgeräte-Familie in Kombination mit Test Universe, RelaySimTest und der Protection Testing Library (PTL), ist es einfacher denn je die Effizienz beim Prüfen zu steigern. Im Vergleich zu früher, ist es heute möglich in der gleichen Zeit deutlich mehr Betriebsmittel zu prüfen. Wie viel Potenzial vorhanden ist, lässt sich anhand definierter Leistungskennzahlen objektiv vergleichen. Je nach Ausgangslage können die Effizienzgewinne erheblich sein, wie die beiden folgenden Praxisbeispiele zeigen:
Die SEC reduzierte die Prüfzeit bei der Inbetriebnahme neuer Anlagen um 70 Prozent, trotz keinerlei Vorkenntnisse unserer Prüflösungen. Die nötigen Grundlagen vermittelte unser Engineering Services Team in nur einer Woche.
Die IEB konnte die Prüfzeit um stolze 80 Prozent reduzieren. Mit nur vier CMC-Prüfgeräten, Test Universe und der PTL wurden dabei rund 5000 Schutzrelais, verteilt über 23 Schaltanlagen, in der zweitgrößten Öl-Raffinerie Kolumbiens geprüft.
Obwohl moderne Prüfansätze den Prüfaufwand um bis zu 80 Prozent reduzieren können, ist die Performance der Prüfung nicht der einzige relevante Faktor. Bei der Beurteilung einer Schutzprüfung spielt auch die Prüfqualität eine entscheidende Rolle. Denn mit der Prüfqualität steigt die Zuverlässigkeit des gesamten Schutzsystems, wodurch sich kostenintensive Ausfälle reduzieren lassen.
Beispiele wichtiger Leistungskennzahlen:
Anhand dieser Kennzahlen wird es in weiterer Folge deutlich einfacher, das vorhandene Optimierungspotenzial zu beurteilen, zum Beispiel: In welchen Bereichen macht es Sinn die Prüftiefe zu erhöhen, um die Zuverlässigkeit des Schutzsystems weiter zu steigern? Wie stark lässt sich der bisherige Prüfaufwand reduzieren? Welche Auswirkungen auf die Kosten sind zu erwarten?
Der Ausgangspunkt ist dabei immer die Erhebung des Ist-Zustandes. Hierfür muss definiert werden, welche Kennzahlen erhoben werden sollen. Dabei hilft eine Analyse des Prüfprozesses und der verbundenen Aufwände, um einen Überblick zu erhalten. Ist die Referenz erhoben, lassen sich anschließend Maßnahmen setzen, ausprobieren und evaluieren – beispielsweise im Rahmen von Pilotprojekten.
Aber in welchen Bereichen steckt am meisten Potenzial? In der Regel lassen sich Effizienz- und Qualitätssteigerungen bei der Schutzprüfung durch Standardisierung, Automatisierung und den Einsatz vielseitiger Prüflösungen erreichen.
Je höher der Grad der Standardisierung der Betriebs- und Prüfmittel, desto höher ist auch der Grad der Automatisierung, der erreicht werden kann. Sie hat damit auch direkten Einfluss auf die mögliche Effizienzsteigerung.
Mithilfe von Prüfplänen lassen sich sämtliche wiederkehrenden Prüfschritte automatisieren. Dadurch steigt nicht nur die Prüfperformance erheblich, sondern auch die Qualität der Prüfergebnisse. Die damit verbundene Reduktion der Prüfzeit führt zu enormen Einsparungen über den Lebenszyklus der Betriebsmittel.
Ein vielseitiges Prüfgerät in Kombination mit entsprechender Software erleichtert einerseits die Standardisierung. Andererseits stellt es wiederum einen Hebel auf die Automatisierung dar, da sich mehr Prüfungen mit demselben Gerät automatisiert durchgeführt lassen.