Advanced Distance

Bewertungen von Impedanzelementen mit verschiedenen automatischen Prüfmodi

Advanced Distance bietet zusätzlich zu der im Prüfmodul Distance enthaltenen Funktionalität folgende erweiterte Leistungsmerkmale:

  • Such- und Kontrollprüfungen für die Zonenreichweiten
  • Prüfeinstellungen relativ zu Zonenreichweiten und Leitungswinkel („relative Schüsse“)
  • Prüfmodell für konstante Speiseimpedanz
  • Laststrom-Überlagerung

 

Schuss-, Such- und Kontrollprüfung

Für die Schussprüfung werden einzelne Prüfpunkte in einer Prüfpunktetabelle festgelegt und anschließend automatisch ausgeführt (siehe Prüfmodul Distance).

Bei der Suchprüfung werden die Zonengrenzen automatisch ermittelt. Mit Hilfe eines optimierten Algorithmus werden entlang von Geraden in der Impedanzebene die Zonengrenzen gesucht. Dabei ist es möglich, eine ganze Reihe von Suchgeraden zu definieren. Für eine automatische Verarbeitung werden alle definierten Suchgeraden in einer Tabelle gespeichert.

Bei der Kontrollprüfung werden automatisch Prüfpunkte an den Toleranzgrenzen der Zonen gesetzt. Die Einstellung erfolgt ähnlich wie bei der Suchprüfung mittels Prüfgeraden (Kontrollgeraden), jedoch werden Prüfpunkte nur an den Schnittpunkten der Kontrollgeraden mit den Zonen­toleranzen gesetzt. Die Kontrollprüfung ermöglicht eine schnelle Gesamtprüfung des Relais mit minimalem Zeitaufwand. So kann besonders bei Turnusprüfungen schnell heraus­gefunden werden, ob die Spezifikationen eingehalten werden oder nicht.

Zum Einfügen von Prüfpunkten und Prüfgeraden in die Tabellen stehen verschiedene Möglich­keiten zur Verfügung. Die Parameter können entweder exakt durch Eingabe der Werte oder direkt in der Kennlinie festgelegt werden. Ein „magnetischer“ Marker erleichtert dabei die Auswahl von sinnvollen Werten. Die Dateneingabe kann über Mausbefehle, Kontextmenüs und Tastenkombinationen erfolgen.

Eine Prüfung in Advanced Distance kann beliebige Kombinationen aus Schuss-, Such- oder Kontrollprüfungen enthalten. Während der Ausführung der Prüfung werden alle Prüfeinstellungen der Reihe nach ausgeführt. Dieses vielseitige, offene System bietet dem Anwender eine breite Palette von Prüfmöglichkeiten und macht es einfach, bei der Gestaltung von Prüfplänen die unterschiedlichsten Prüfphilosophien und geforderten Prüfvorschriften zu berücksichtigen.

 

Definition von relativen Werten für Prüfungen

Eine sehr leistungsstarke Funktion ist die Möglichkeit, Prüfpunkte relativ zur Sollkennlinie des Distanzschutzrelais einzugeben (z.B. 90 % von Zone 1, 110 % von Zone 1, 90 % von Zone 2, usw.). Die Prüfpunkte werden dabei nicht als absolute Werte für R, X, Z oder den Winkel eingegeben, sondern stattdessen auf die Zonenreichweiten und den Leitungswinkel bezogen. Dieses Leistungs­merkmal ermöglicht die Erstellung von wiederverwendbaren Prüfvorlagen, welche sich selbstständig an die tatsächlich vorhandenen Relaiseinstellungen anpassen.

 

Modell für konstante Speiseimpedanz

Neben den Modellen „konstanter Prüfstrom“ und „konstante Prüfspannung“ stellt Advanced Distance für spezielle Prüffälle, in denen Parameter wie SIR (Quellimpedanzverhältnis) von Bedeutung sind, zusätzlich das Modell „konstante Speiseimpedanz“ bereit.

 

Laststrom

Für die Überprüfung von speziellen Verhaltensweisen bestimmter Relais kann ein Laststrom überlagert werden. Dies ist nur erforderlich, wenn ein Vorfehlerstrom (Laststrom) vorhanden ist (z.B. beschleunigte Auslösung).

 

Prüfen von mehreren Fehlerschleifen mit einem Prüfmodul

Ein spezielles Leistungsmerkmal von Advanced Distance ist die Durchführung von Prüfungen für mehrere Fehlerschleifen in einem einzigen Prüfmodul (L-E, L-L und L-L-L). In allen Prüfmodi (Schuss, Suche, Kontrolle) stehen für die verschiedenen Fehlerarten separate Registerblätter zur Verfügung, welche jeweils eine eigene Prüfpunktetabelle enthalten. Prüfeinstellungen können entweder für jede Fehlerschleife separat oder gleichzeitig für mehrere Fehlerarten eingegeben werden.

 

Automatische Kennlinienerzeugung

Falls die Sollkennlinie eines Relais nicht bekannt ist oder der tatsächliche Kennlinienverlauf dokumentiert werden muss, bietet Advanced Distance eine Funktion zur automatischen Kennlinienerzeugung. Diese Funktion erstellt auf Basis der Prüfergebnisse einer Schuss- und/oder Suchprüfung näherungsweise die tatsächliche Kennlinie des Relais. Die berechnete Kennlinie kann gespeichert und dann zukünftig als Sollkennlinie des Relais verwendet werden.

 

Benutzeroberfläche mit mehreren Fenstern

Die Benutzeroberfläche kann individuell angepasst werden:

  • Prüfungsansicht
    Diese Ansicht enthält die Prüfpunktetabellen für die Schuss-, Such- und Kontrollprüfung sowie die Impedanzebene. In dieser Ansicht werden die Prüfungen definiert. Während und nach dem Prüfablauf werden in dieser Ansicht die Prüfergebnisse sowohl in numerischer Form in den ­Tabellen als auch grafisch in der Impedanzebene angezeigt.
  • Staffelplan
    Diese Ansicht zeigt die Kennlinie der Auslösezeit als Funktion der Impedanzwerte entlang einer bestimmten Geraden. Die darzustellende Gerade wird entweder in der Impedanzansicht bestimmt oder in einer der Prüftabellen ausgewählt. In diesem Diagramm können auch Prüfpunkte definiert und die Bewertungen betrachtet werden.
  • Vektordiagramm
    Das Vektordiagramm zeigt die Vektoren der Spannungen und Ströme sowohl für die Leitergrößen als auch für die Systemkomponenten. Die entsprechenden numerischen Werte werden in der zugehörigen Tabelle dargestellt.
  • Zeitsignalansicht
    Diese Ansicht zeigt nach der Ausgabe eines Schusses die Spannungen, Ströme und Binärsignale an. Dies ermöglicht weitere detailliertere Untersuchungen (z.B. Zeitmessungen mit Hilfe der Marker-Funktion).

Dieses Modul ist Teil der Software Test Universe. Weitere Informationen zu Test Universe finden Sie auf der Produktseite.

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